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Neues Thema erstellen Antworten zum Thema "Schreiben vom BM zur geplanten Asylunterkunft" Zurück zur Themenliste
 
19.07.2016 - 11:42
Von Mike RothRegistrierter Benutzer

Moin @ All,

Quelle: Newsletter 18/16 der Gemeinde Ilvesheim

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Anschreiben von Herrn Bürgermeister Andreas Metz an 138 Bürgerinnen und Bürger,
die Widerspruch gegen eine geplante Asylunterkunft eingelegt haben.


Sehr geehrte Bürgerinnen und Bürger,

wie Sie wissen, kamen im vergangenen Jahr über 1 Mio. Flüchtlinge nach Deutschland. Davon werden voraussichtlich bis zu 700.000 länger oder dauerhaft in unserem Land bleiben. Nach dem Gesetz über die Aufnahme von Flüchtlingen (FlüAG vom 19.12.2013) und einem festgelegten Verteilungsschlüssel hat die Gemeinde Ilvesheim entsprechend ihrer Einwohnerzahl in den Jahren 2016 und 2017 ca. 160 Flüchtlinge in der so genannten Anschlussunterbringung aufzunehmen. Die Gemeindeverwaltung hat sich dieser unerwarteten Aufgabe bereits vor Monaten gestellt und bemüht sich diese große Herausforderung unter den bestehenden finanziellen und personellen Rahmenbedingungen zu meistern.

Aktuell, d.h. Stand Mitte Juli, sind bereits 46 Flüchtlinge hier, darunter 17 Kinder. Diese Menschen kommen aus Afghanistan, Gambia, Pakistan, Serbien und Syrien. Die Kinder besuchen ihrem Alter entsprechend einen Kindergarten oder die Schule. Die erwachsenen Flüchtlinge lernen Deutsch; Einige sind in der Ausbildung oder haben bereits Arbeit gefunden.

Die Gemeinde Ilvesheim hat für die Unterbringung dieser Menschen bereits im letzten Jahr an fünf dezentral gelegenen Standorten gemeindeeigene Häuser und Wohnungen vorbereitet. Ein Haus konnte gekauft werden, der Ankauf weiterer Immobilien wird zurzeit geprüft. Die Anmietung von privatem Wohnraum stellt dabei eine wichtige Alternative dar, die derzeit jedoch noch nicht realisiert werden konnte.

Eine weitere Option in unserer Gesamtkonzeption ist ein Neubau durch einen Bauträger mit anschließender Anmietung durch die Gemeinde Ilvesheim. Hier können zum Beispiel im geplanten Gewerbegebiet Nord bis zu drei so genannte Einrichtungen für soziale Zwecke mit jeweils acht Wohneinheiten entstehen - wobei zunächst nur der Bau von einem Haus vorgesehen ist. In diesem Haus können bei normaler Belegung bis zu 60, bei einer Maximalbelegung bis zu 100 Personen untergebracht werden. Die Wohnhäuser sind so konzipiert, dass diese ohne großen Aufwand später für andere Nutzungen wie zum Beispiel Wohngemeinschaften und Werkstätten für Menschen mit Behinderung oder eine gewerbliche Nutzung als Büroräume u. ä. verwendbar sind. Weitere zusätzliche Standorte sind zurzeit ebenfalls in der Prüfung, um die dezentrale Unterbringung der Flüchtlinge in unserer Gemeinde sicherzustellen.

Gegen den Bauantrag zu dem o. a. Projekt im Gewerbegebiet haben Sie Widerspruch eingelegt, bzw. Einwendungen erhoben. Diese werden von der Gemeinde Ilvesheim an die zuständige Behörde des Rhein-Neckar-Kreises weitergeleitet und dort bearbeitet. Das Thema "Elektrosmog" ist von sehr vielen Einwendern aufgegriffen worden und wird ebenfalls von den zuständigen Stellen unter den verschiedenen Aspekten geprüft. Von diesem Baurechtsamt wird dann nach Bearbeitung aller Widersprüche die Baugenehmigung erteilt oder versagt.

Anders als in Mannheim und Heidelberg gibt es bei uns keine Erstaufnahmestellen für Flüchtlinge mit tausenden Plätzen in ehemaligen Kasernen. Zudem ist Ilvesheim eine der wenigen Gemeinden, in denen der Rhein-Neckar-Kreis bislang keine Gemeinschaftsunterkunft zur vorläufigen Unterbringung von Asylbewerbern errichtet hat. Gerade im Gewerbegebiet Nord aber hatten die Kreisbehörden die Aufstellung einer Containerunterkunft für bis zu 200 Menschen in Erwägung gezogen. Angesichts der aktuell niedrigen Zugangszahlen werden diese Pläne jedoch zurzeit nicht weiter verfolgt.

Der Ilvesheimer Gemeinderat ist der Meinung, dass eine Containeranlage zur Anschlussunterbringung von anerkannten oder geduldeten Flüchtlingen in unserer Gemeinde keine Alternative darstellt. Eine solche Anlage ist dem Ziel der Integration abträglich und kann soziale Konflikte schaffen. Daneben sprechen auch die hohen Anschaffungskosten sowie die eingeschränkte Möglichkeit der Nachnutzung gegen eine solche Lösung.

Neben der Frage der Unterbringung ist jedoch die Integration dieser Menschen in unsere Gesellschaft, das Vermitteln unserer Regeln und Werte die wichtigste Aufgabe. Dazu haben sich im Arbeitskreis "Integration: Ilvesheim sagt Ja!" über 80 Ehrenamtliche zusammengefunden. Sie leisten als Paten für einzelne Familien oder Gruppen, in der Hausaufgabenbetreuung oder im Deutschunterricht und bei Vielem mehr ihren Beitrag zum Gelingen eines friedlichen Neben- und Miteinanders in Ilvesheim.

Vielleicht möchten auch Sie sich dafür einsetzen, dass die Flüchtlinge die nach Ilvesheim kommen in unserer Gemeinde schnell eingebunden werden? Wenden Sie sich dazu bitte an den Arbeitskreis (www.integration-ilvesheim.de) oder gerne auch direkt an mich. Ich freue mich von Ihnen zu hören.

Ob in Gemeinschaftsunterkünften oder in der Anschlussunterbringung: Es sind in der überwiegenden Mehrheit hilfesuchende Menschen, die zu uns kommen. Ich würde mir wünschen, dass wir den Asylsuchenden in Ilvesheim ohne Vorurteile begegnen und ihnen eine Chance geben, sich in unsere Gemeinde zu integrieren.

Wir dürfen seit über siebzig Jahren ohne Krieg und Gewalt in einem der wohlhabendsten Länder der Erde leben. Mit ein bisschen Rücksicht und Toleranz haben wir von Allem genug für Diejenigen, die nichts haben.
Mit freundlichen Grüßen

Andreas Metz
Bürgermeister

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regds Mike

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Freunde kommen und gehen. Feinde sammeln sich an.
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